Newsbeitrag | veröffentlicht am: 03.04.2017

Empathie gegen Gewalt

Grundlagenseminare in Deutsch und Englisch zu „Gewaltfreier Kommunikation“

Überall, wo in Cottbus Menschen zusammenkommen, gibt es auch Konflikte, im Kleinen in Vereinen, Verbänden, Bildungseinrichtungen etc., sowie im großen gesellschaftspolitischen Kontext (z.B. Rechtsextremismus, Flüchtlingskrise, Energiewendedebatte).

Die Impulsseminare in Gewaltfreier Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, eins in deutscher Sprache am 22./23.4. und eins in englischer Sprache am 29./30.4. mit Janne Ellenberger in der "Haltestelle" schafften in diesem Kontext auf folgende Weise Mehrwert: Sie stellten eine Plattform für bereichernde, interkulturelle, interreligiöse und generationsübergreifende Begegnung auf Augenhöhe von Menschen mit verschiedenen Lebensrealitäten dar. Überdies eröffnete die "Gewaltfreie Kommuniktion" den Teilnehmenden persönlich neue Handlungsoptionen, um schwierige Situationen in ihrem Alltag konstruktiv anzugehen. Die Gewaltfreie Kommunikation ermöglicht einen neuen Grad von Begegnung und Verständnis jenseits von verhärteten Positionen und Vorurteilen. Somit wurde eine Beitrag zur Stärkung der Demokratie in Cottbus, bestehend aus toleranten, reflektierten, handlungsbereiten BürgerInnen geleistet.

Die Zielsetzung des Projektes wurde in hohem Maße erreicht. Die Informationen wurden großflächig per E-Mail versandt und haben viele Leute und Organisationen erreicht, was sich in den Anmeldungen niederschlug. Beide Seminare waren voll belegt. Die Teilnehmer gehörten verschiedenen Generationenan. So reichte die Alterspanne von Mitte 20 bis 60 +. Das deutschsprachige Seminar war ausschließlich von deutschen Muttersprachlern besucht, die größtenteils aus Cottbus kommen oder langfristig hier wirken. Das englische Seminar war internationaler und mit Menschen belegt, die sich größtenteils nicht als CottbuserInnen bezeichnen oder langfristig hier leben. Hier fand mehr Austausch über verschiedene globale Lebensrealitäten wie Flucht und Migration, unterschiedliche Bräuche und Essgewohnheiten, Wertvorstellungen, Diskriminierung statt, als im deutschsprachigen Seminar. Die Teilnehmenden konnten Einblicke in ihnen bisher weniger gut bekannte Lebensrealitäten gewinnen und Vorurteile abbauen. Sie äußerten, dass sie jetzt besser selbstständig schwierige Situationen transformieren können und sich selbst klären können. Unsicher waren sie sich, ob das Gelernte im Umfeld auf Interesse stoßen wird. Dennoch will ein Großteil es im privaten, beruflichen oder gesellschaftlichen Bereich einsetzen. Das Seminar-Feedback ist grundsätzlich positiv ausgefallen. Alle finden empathische Kommunikationsmethoden relevant und ein Großteil möchte sich weiterbilden.

Es wäre schön, wenn sich im Ergebnis der Seminare neue Verantwortliche finden, die mit der Erfahrung und Wirkung dieser Seminare in Kooperation mit neuen/anderen Trägern über weitere bedarfsorientierte Konzepte für Bildungsangebote, Übungstermine, Netzwerktreffen arbeiten möchten.